
Am 7. Oktober haben wir zusammen mit sechs Partnerorganisationen die Wellbeing Economy Alliance Austria gelauncht!! Die Auftaktveranstaltung war ein voller Erfolg mit einer Keynoterede vom ehemaligen UN Rapporteur für extreme Armut Olivier de Schutter und vielen interessierten und spannenden Menschen und Organisationen. Falls ihr nicht da sein konntet findet ihr das Video hier.
Letzten Mittwoch war viel los in der Blumenfabrik in Wien. Über 100 Menschen füllten den Veranstaltungsraum in den Büros von der Umweltorganisation Global2000. Alle waren gekommen um den Auftakt der Wellbeing Economy Alliance Austria, kurz WEAll Austria zu feiern.
Was ist WEAll Austria?
WEAll Austria ist eine Unterinitiative (ein Hub) von WEAll Global einer globalen Initiative, die seit 2018 Organisationen, Vereine, Bewegungen und Individuen vernetzt um gemeinsam auf eine Wellbeing Economy, zu deutsch eine Wohlfahrtsökonomie hinzuarbeiten. Als Degrowth Vienna sind wir begeistert, dass es diese Initiative nun auch nach Österreich geschafft hat. WEAll Austria definiert Wellbeing Economy wie folgt:
Unter Wellbeing Economy verstehen wir ein Wirtschaftssystem, das sicherstellt, dass alle Menschen in Würde leben, Gerechtigkeit und Verbundenheit erfahren und an Entscheidungen teilhaben können – während ökologische Grenzen eingehalten werden.
WEAll Austria ist ursprünglich aus der Organisation der Beyond Growth Konferenz 2024 in Wien und der daraus entstandenen Beyond-Growth-Bewegung in Österreich hervorgegangen. Somit sind neben Degrowth Vienna auch Global2000, Gemeinwohlökonomie Österreich, Wachstum im Wandel, AEMS, der Umweltdachverband und Donut Vienna Gründungsorganisationen. Mittlerweile ist unser Netzwerk auf über 30 Organisationen gewachsen und wird auch in Zukunft weiter zunehmen.
Das Auftaktevent
Bei unserem Auftaktevent hatten wir außerdem das große Glück Olivier de Schutter als Keynoteredner zu gewinnen. Er ist der ehemalige UN Rapporteur für extreme Armut und hat kürzlich mit seinem Team den Bericht „Eradicating Poverty Beyond Growth“ veröffentlicht. Er sprach sehr überzeugend davon, dass BIP-Wachstum keine zeitgemäße Maßnahme mehr für die Bekämpfung von Armut ist, sondern im Gegenteil den Menschen die bereits von Armut betroffen sind besonders schadet – ob durch mehr Ungleichheit oder Klimaschäden.
Anschließend moderierte Katy Shields eine Fish Bowl Diskussion mit Olivier und zwei weiteren Gästen: Anna Wagner von der Armutskonferenz und Fabio Bruni vom BMLUK. Die drei diskutierten mit verschiedenen Teilnehmer*innen aus dem Publikum sehr interessante Fragen wie:
🤝 Wie schaffen wir mehr Gleichheit in unserer Gesellschaft? Vielleicht sollten wir gar nicht erst eine Gesellschaft akzeptieren, in der sich „Arme“ und „Reiche“ immer weiter gegenüberstehen – nur um anschließend über Umverteilung zu sprechen. Sondern viel früher fragen: Was ist uns als Gesellschaft wirklich wichtig? Worauf wollen wir unsere Ressourcen und unsere Wirtschaft ausrichten?
🫶 Wie können wir Care-Arbeit wirklich in unser Verständnis von Wirtschaft integrieren? Noch immer gilt allzu oft: Nur was quantifizierbar ist, bekommt auch einen wirtschaftlichen Wert. Care, Sorgearbeit, Beziehungen und das, was unsere Gesellschaft zusammenhält, lassen sich aber nicht einfach in Zahlen ausdrücken. Das muss sich ändern.
💪 Und natürlich: Wie können wir vom Reden ins Tun kommen?
Anschließend gab es einen Gallery Walk mit Postern von Netzwerkpartnerorganisationen von WEAll Austria, die bereits heute durch verschiedenste Arbeit an einer Wirtschaft und Gesellschaft arbeiten, die menschliche Wohlfahrt, also Wellbeing, zentriert und nicht blindes Wirtschaftswachstum. Dabei entstanden viele interessante Gespräche, die bis in den späten Abend reichten.
Alles in allem war die Auftaktveranstaltung von WEAll Austria ein voller Erfolg! Ein großes Dankeschön an die anderen Gründungsorganisationen für das Organisieren einer so tollen Veranstaltung!!
Wir freuen uns schon auf die nächsten Schritte mit WEAll Austria!

